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Der verliebte Maikäfer


Schönes Frühlingsgedicht für Kinder von Robert Reinick, sowie viele weitere
Kindergedichte zur Frühlingszeit, Links- und Bücher-Tipps.


Der verliebte Maikäfer

"Glühwürmchen, steck's Laternchen an!
ich will ein Ständchen bringen,
zur roten Tulpe führ' mich hin,
da wohnt meine schöne Fliege drin,
die hört so gern mich singen!"

Maikäfer spricht's, der eitle Geck;
er knüpft nach Stutzerweise
sein braunes Röckchen zierlich auf,
zieht kraus die Flügel draus herauf,
und macht sich auf die Reise.

Auf gold'nem Stühlchen sass daheim
schön' Fliege gar app'titlich,
trank ihren Tau in guter Ruh,
ass etwas Blumenstaub dazu
und war so recht gemütlich.

Da leuchtet's durch die rote Wand,
sie war gar fein gewoben;
da summt es drauss,
da wankt und schwankt das Tulpenhaus,
Maikäferchen sass oben.

Schön' Fliege denkt: "du alter Narr,
du kommst mir recht zu passe!"
Sie fliegt zum Dach und giesset schlau
einen ganzen grossen Tropfen Tau
dem Käfer auf die Nase.

Kalt Wasser, von so zarter Hand
auf heisses Blut gegossen,
das kühlt ein wenig heftig ab,
Maikäfer stürzt im Nu herab,
als wär' er tot geschossen.

Doch kaum erholt er sich vom Schreck,
da spricht er ohn' Verdriessen:
"Das Zuckerkind! wie denkt sie mein!
wollt' mich mit süssem Trank erfreu'n,
tät nur zu viel vergiessen!"

Schön' Fliege macht die Äuglein zu
und meint: der kommt nicht wieder;
da summt es drauss, da brummt es drauss,
es wankt und schwankt das Tulpenhaus,
Maikäfer kam wieder.

Schön' Fliege denkt: nun warte, Wicht!
Ich will im Takt dich rütteln!
Sie fliegt von Wand zu Wand herum,
dass sich die ganze Tulpenblum',
als wär ein Sturm muss schütteln.

Wer hoch in Liebesträumen schwebt,
sieht nicht auf Steg und Wegen;
die Tulpenwände waren glatt,
und eh's der Käfer merken tat,
hat unten er gelegen.

Doch kaum erholt er sich vom Schreck,
vergessen war das Leiden:
"O je! wie bin ich doch beglückt,
mein Ständchen hat sie so entzückt,
dass hoch sie sprang vor Freuden!"

Schön' Fliege, bald im Schlummer schon,
sie denkt: der kommt nicht wieder;
da summt es drauss, da brummt es drauss,
es wankt und schwankt das Tulpenhaus,
Maikäferchen kam wieder.

"Jetzt hab' ich den Gesellen satt,
soll mir nicht wieder kommen;
ist nur die Sonne erst erwacht
und hat mein Häuschen aufgemacht,
dann soll's ihm schlecht bekommen!"

Und wie die liebe Sonne
durch die ersten Fügen blinket,
da stürmt im Fluge sie hervor,
schlägt mit den Flügeln ihm um's Ohr,
dass tief ins Gras er sinket.

Doch bald erholt er sich vom Schreck:
"Nun ist mein Glück vollkommen!
Sie wollt' mich küssen offenbar,
da musste grad ich dummer Narr
ihr untern Flügel kommen!"

Glühwürmchen! Glühwürmchen!
Glühwürmchen, lisch dein Lichtchen aus,
musst nicht so viel vergeuden!
wir brauchen's heute Abend doch,
da kommen wir viel früher noch!
es macht ihr tausend Freuden!

- Robert Reinick 1805-1852, deutscher Dichter und Maler -





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Mai


Frühling, Frühling überall,
Blüten allenthalten;
Horch, wie rauscht der Bach im Tal
Sieh‘, schon Störch‘ und Schwalben!
Lämmer springen auf den Weiden,
Kinder singen voller Freuden,
Kuckuck ruft und Nachtigall:
„Frühling, Frühling überall!“

- Robert Reinick 1805-1852, deutscher Dichter und Maler -




Wiegenlied im Frühling

"Eia popeia",
Das ist ein altes Lied;
Und wer das Lied gehöret,
Dem werden die Augen müd’:

Das Hündchen und das Kätzchen,
Am Fenstersims das Spätzchen,
Mein Kindchen selbst, mein Schätzchen,
- "Eia popeia", -
So flink sie eben gesprungen,
5ie werden alle müd’.

"Eina popeia",
Das ist ein altes Lied;
Der Mond hat's oft gehöret,
ist oft schon worden müd’;
Die Bäche und die Quellen,
So wach sie sich auch stellen,
Im Traum nur ziehn die Wellen,
- "Eia popeia", -
Sobald’s die Nacht gesungen,
Wird alles, alles müd’.

"Ei popeia",
Das ist ein altes Lied;
Doch eine singt und singt es
Und wird davon nicht müd’.
Ob’s schweigt in allen Räumen,
Ob’s blüht in allen Bäumen,
Kann schlafen nicht, noch träumen,
- "Eia popeia", -
Eh’ nicht ihr Kindlein schlummert,
Die Mutter wird nicht müd’.

- Robert Reinick 1805-1852, deutscher Dichter und Maler -



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