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Die kleine Fliege


Schönes Kindergedicht von Barthold Heinrich Brockes und weitere Tier-
Gedichte, sowie Links-, Bücher- und Geschenk-Tipps.


Die kleine Fliege

Neulich sah ich, mit Ergetzen,
Eine kleine Fliege sich,
Auf ein Erlen-Blättchen setzen,
Deren Form verwunderlich
Von den Fingern der Natur,
So an Farb', als an Figur,
Und an bunten Glanz gebildet.

Es war ihr klein Köpfchen grün,
Und ihr Körperchen vergüldet,
Ihre klaren Flügelpaar,
Wenn die Sonne sie beschien,
Färbt' ein Rot fast wie Rubin,
Das, indem es wandelbar,
Auch zuweilen bläulich war.

Liebster Gott! wie kann doch hier
Sich so mancher Farben Zier
Auf so kleinem Platz vereinen,
Und mit solchem Glanz vermählen,
Dass sie wie Metallen scheinen!
Rief ich, mit vergnügter Seelen.

Wie so künstlich! fiel mir ein,
Müssen hier die kleinen Teile
In einander eingeschrenkt,
Durch einander hergelenkt,
Wunderbar verbunden sein!

Zu dem Endzweck, dass der Schein
Unsrer Sonnen und ihr Licht,
Das so wunderbarlich schön,
Und von uns sonst nicht zu sehn,
Unserm forschenden Gesicht
Sichtbar werd' und unser Sinn,
Von derselben Pracht gerühret,
Durch den Glanz zuletzt dahin
Aufgezogen und geführet,
Woraus selbst der Sonnen Pracht
Erst entsprungen, der die Welt,
Wie erschaffen, so erhält.
Und so herrlich zubereitet.

Hast du also, kleine Fliege,
Da ich mich an dir vergnüge,
Selbst zur Gottheit mich geleitet.

- Barthold Heinrich Brockes 1680-1747, deutscher Dichter, Schriftsteller -




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Das Eulchen


Am Abend sass ich jüngst, gelassen und in Ruh',
In einem kleinen Garten-Zimmer,
Und sah, durch's Fenster-Glas, wie sich des Tages Schimmer
Gemach verringerte: Die Schatten nahmen zu.

Indem erblicket' ich ein ämsiges Geschwebe.
Von einer Spinnen war ein ziemlich stark Gewebe
Im Zimmer, vor den Scheiben her, gespannt,
Und, zwischen dieser falschen Wand,
Sah ich, am Scheiben-Glas', ein weisses Eulchen fliegen
Stets auf und nieder, hin und her.
Es schien, ob sucht' es bloss am Lichte sein Vergnügen,
Und, dass es bloss dadurch gesichert wär'.

Ihr schwarzer Feind, die Spinne, ruhte nicht,
Sie lief bald in die Läng', bald in die Quer,
Mit off'nen Klauen, doch des Himmels Licht,
Des Eulchens Augenmerk, wodurch es nicht zurücke,
Und nur stets vorwärts flog, befreit' es von dem Stricke
Und seinem Untergang, indem es ungefähr,
Nach langem Flattern, in der Scheibe
An eine Spalte kam,
Und, durch dieselbige, sich seinem Tod' entzog,
Die Freiheit fröhlich nahm,
Und nach dem lang gesuchten Lichte flog.

Der Zufall rührte mich, und galubt' ich, dass, zur Lehre,
Er nützlich anzuwenden wäre.
Das Eulchen schiene mir der Seelen Bild zu sein;
Das Scheiben-Glas des Körpers; Durch den Schein
Des Lichtes schiene mir die Gottheit; Sünd' und Welt,
Durch das Geweb' und durch die Spinne, vorgestellt.

- Barthold Heinrich Brockes 1680-1747 -




Hans und Mops

Hans stund des Morgens auf, und Mops, sein Hund, zugleich:
Hans zog die Kleider an, reckt' seinen Arm, und gähnte;
Mops reckte, schüttelt' sich, und dehnte
Nicht minder alle vier': Geback'nen weissen Teig
Ass Hans; da Mops nur bloss vom schwarzen Brote frass.
Mops trank das Wasser roh, und Hans gekochtes Nass.
Hans ging darauf ins Feld; Mops gleichfalls. Hans beschritte
Ein Pferd; Mops aber nicht: Er lief, und jener ritte,
Bis dass der Mittag sie nach Hause wieder rief.

Hans ass; Mops ebenfalls. Wie Hans ein wenig schlief,
Schlief Mops nicht weniger. Das schöne Sonnen-Licht
Ward nicht von Hans beschaut, von Mops imgleichen nicht.
Dass in der Frühlings-Zeit die Kreatur so schön,
Hat weder Hans noch Mops bemerkt und angesehn.
Sie machten sich daraus nicht die geringste Freude.

Durch wenig viel gesagt: Sie schlief- und wachten beide;
Sie tranken beide Nass; Sie assen beide Brot;
Es lebten Hans und Mops; Jetzt sind sie beide tod.

- Barthold Heinrich Brockes 1680-1747, deutscher Dichter, Schriftsteller -




Der Frosch

Indem ich nun an diesem schönen Ort
Beständig neue Wunder sehe;
Erheb' ich mich von meinem Sitz', und gehe
Mit sanften Schritten weiter fort,
Worauf ich bald hernach,
In einem nah' gelegnen Bach,
Ein nicht unangenehm Gewächse
Geschwätziger und froher Frösche,
Mit ungemeinen Freuden, hörte,
Das, ob es gleich die Stille unterbrach,
Mich dennoch nicht in meinem Dencken stöhrte.

Ich dachte dem verwirreten Geschrey
Ein wenig nach,
Und fand, daß es nicht einerley,
Wohl aber sehr verschiedlich, sey.
Der eine quackt, viel hundert quarren.
Hier murret einer sanft, wenn dorten tausend knarren.
Wreckeckeckecks schreyt der, dort einer: merck' es, merck's.
Merk's, schrieen ihrer viel'. Ich stutzte. Ruffest du,
Sprach ich, o kleiner Frosch, dem Menschen: merck' es, zu?
Gewißlich, du hast recht: man macht so wenig Wercks
Von aller Pracht und Schönheit, so die Welt,
Zumahl im Frühling', in sich hält,
Von allen göttlichen Geschöpf- und Wunder-Wercken;
Daß wir nicht aufs Geschöpf, nicht auf den Schöpfer, mercken;
Daß man kaum einst daran gedencket,
Sich ihrer nicht erfreut, noch weniger auf Den,
Der aller Dinge HERR, den Allgewaltigen,
Der alles Herrliche geschaffen und uns schencket,
Nebst einem frohen Danck, die frohe Seele lencket.

Ach! möchte man doch einst, daß dieses Sünde, fassen,
Und sich so gar vom Frosch daran erinnern lassen!

Aufs wenigste will ich, bist du gleich noch so klein,
Beredter Frosch, dein aufmercksamer Hörer,
Du sollst, so oft du ruff'st, mein Lehrer,
Dein merck's soll meine Lehre, seyn!

- Barthold Heinrich Brockes 1680-1747, deutscher Dichter, Schriftsteller -



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