Fußball ist sein Lieblingssport, er schaut ihn gern mit seinem Vater im Fernsehen. Leider ist in der hiesigen Käfergemeinde Fußball nicht sehr angesehen ...

Käfer-Fussball

Diese spannende Fussballgeschichte eignet sich für Jungen ab ca. 10 Jahren, aber auch für fussballinteressierte Mädchen. Eine schöne Geschichte, geschrieben von Johannes Tosin.

Konstantin der Kartoffelkäfer ...

... möchte Fussball spielen!

Fußball ist sein Lieblingssport, er schaut ihn gern mit seinem Vater im Fernsehen. Leider ist in der hiesigen Käfergemeinde Fußball nicht sehr angesehen. Die Kinder spielen lieber Käfer-Federball oder Käfer-Schach, die Mädchen oft auch Käfer-Springseilhüpfen. Für eine Fußballmannschaft kommen zu wenige Käfer-Kinder zusammen. Das ist schade für Konstantin, denn Federball findet er blöd und Schach noch viel blöder, und für Springseilhüpfen müsste er ein Mädchen sein. Zu dritt auf ein Tor zu spielen ist nicht besonders lustig. Gerade dann, wenn das Tor der Raum zwischen zwei Zweigen ist, der Ball ein Samenkorn, und die Trikots ausgewaschene Leibchen sind – das ist doch keine Ausrüstung, Stollenschuhe, Torwarthandschuhe, Adidas – so sollte sie sein! Sie ist es aber nicht. Und das ist jammerschade.

Beim Einschlafen betrachtet Konstantin mit geschlossenen Augen oft noch die tollen Tore, die er mit seinem Papa im Fernsehen gesehen hat, Ruud van Käferooy, Lionel Kessi, der einmalige Diego Käfadona in Aufzeichnungen. Er braucht sich gar nicht auszumalen, dass er es ist, der die Tore schießt. Es reicht ihm, sich vorzustellen, wie der Ball das Netz aufbauscht und der Schütze die Arme hochreißt. Dann ist Konstantin zufrieden.

Gerade ist das Käfer-Schach-Open im Gange. Viele von den Spielern sind Brillenträger. Sie sind sehr konzentriert und denken lange nach, bevor sie eine Figur auf eine andere Position schieben. Glauben die Zuschauer, dass dies ein guter Zug war, jubeln sie. Es ist ziemlich laut in der Halle. Größtenteils spielen Erwachsene. Die Käfer-Kinder, die teilnehmen, scheiden meist in den ersten Runden aus.

Konstantin spielt nicht mit. Er will sich nicht von den Käfer-Schach-Großmeistern plattmachen lassen. Er sieht auch nicht zu. Das ist doch langweilig! Da macht es doch mehr Spaß, mit wenigstens einem Freund Pass, Schuss und Tor zu spielen. Gibt es etwa ein Stickeralbum für Käfer-Schach-Spieler? Na also! Da für Käfer-Fußballer hingegen ist heiß begehrt. Dafür aber ist der Sieger des Turniers auf der Titelseite der "Käferhausener Nachrichten" abgebildet. Dieser Punkt geht an die Käfer-Schach-Freunde.

Gut, aber irgendwann ist das Turnier aus, sein Sieger wird gefeiert, und die Käfer-Kinder interessieren sich wieder für andere Dinge. Es sind ja gerade die großen Ferien, da kann man besonders viel unternehmen. Konstantin geht mit ein paar Freunden ins Freibad. Er kann nämlich gut schwimmen, fließend kraulen und sogar ein wenig Delfin. Das zeigt er gern vor, und er freut sich, wenn ihm jemand dabei zusieht, besonders auf Mädchen kommt es ihm an. Er zischt jetzt also durchs Wasser wie ein gedopter Chinese bei Olympia, springt von der Brücke und taucht. Wie viele Zuseher hat er? Einen, ein Käfer-Kleinkind, und auch das wahrscheinlich nur, weil außer bei Konstantin nirgendwo Bewegung war.

Die Käfer-Mädchen sehen den Käfer-Burschen beim Federball zu. Die zwei Beachvolleyballplätze habe sie zu Käfer-Federball-Plätzen umfunktioniert und spielen dort Doppel. Auf der Grasfläche haben sie Spielfelder markiert und in der Mitte Netze gezogen. Rundherum sitzen Mädchen. Wenn die Burschen Tricks zeigen, klatschen sie, machen quietschende Geräusche und rufen laut Sachen wie: "Super", "toll", "weiter so". Auch wenn sie nur ganz normal spielen, feuern die Mädchen sie an.

Konstantin steigt gerade aus dem Wasser, da sieht er Anna, das hübsche Marienkäfer-Mädchen – drei schwarze Punkte auf dem linken Flügel des roten Panzers und vier auf dem rechten – , das in seine Parallelklasse geht. Er hat schon seit Langem ein Auge auf sie geworfen. Sie sitzt mit einigen Freundinnen am Rand eines Gras-Federball-Feldes. Sie sind der Fanclub für einen jungen Hirschkäfer mit Sonnenbrille, der eine Schirmkappe verkehrt herum auf dem Kopf trägt. Wohl bemerkt Anna den nassen Konstantin, der ihr daraufhin freudig zuwinkt, worauf sie als Antwort bloß müde die Hand hebt. Gleich gilt ihr ganzes Interesse wieder dem Angeber-Hirschkäfer-Bürschchen, das gerade einen Punkt spektakulär erzielt hat.

Nicht einmal das Vanille-Erdbeer-Pistazien-Eis, das Konstantin sich geholt hat, schmeckt ihm jetzt mehr. Betrübt schlendert er durch das Gelände. In einem Winkel spielen zwei gegen zwei Käfer-Kinder Fußball auf kleine Tore. Kein einziges Mädchen sieht zu. Was für ein Dilemma, findet Konstantin, solch ein tolles Spiel und fast niemand will es spielen und überhaupt niemand schaut dabei zu! Insgeheim überlegt er sogar leise, sich mit dem Federballschläger anzufreunden, um endlich eine Freundin zu kriegen. So untalentiert bin ich dabei ja nicht, denkt er, ich kann mich gut bewegen, ich treff den Ball meistens. Nein, sagt er sich dann und ballt die vom Eis klebrige rechte Hand zur Faust, ich gehe keine Kompromisse ein, ich bleib dem Fußball treu! Und er fühlt sich als einsamer Ritter, aber ein stolzer.

Konstantin sitzt mit seinem Papa vor dem Fernseher. Er hat schlechte Laune. Sie ist auch dadurch nicht besser geworden, wie sein Papa gesagt hat, er habe ab nächster Woche Urlaub und da könnten sie beide ja ein bisschen im Garten kicken. "Ich will nicht ein bisschen kicken", hat Konstantin zurückgesagt, "ich will richtig kicken!" Es laufen die abendlichen Regionalnachrichten. Plötzlich ist ein Standbild von Käferhausen zu sehen. "Sensation" steht in fetten schwarzen Lettern in der Bildschirmmitte, und der Sprecher berichtet:

Real Käferid schlägt sein Trainingslager in Käferhausen auf, ab Montag, sieben Tage lang. Der Grund dafür: Im alten Trainingslager bekamen viele Spieler aufgrund von wahrscheinlich schlechtem Essen Magenschmerzen und Durchfall. Daraufhin wurde es abgebrochen der Tormann und Kapitän Iker Käferillas erinnerte sich, einmal in Käferhausen eine äußerst delikate Paella gegessen zu haben. Und so kommt jetzt die ganze Mannschaft.

Nun steht in gleich fetten schwarzen Lettern "¡Käferhausen olé!" mitten im Bild. Konstantin reißt die Arme hoch, auch sein Papa. "Cristiano Konaldo, Kaká", ruft er. "Kenzema, Közil", ruft sein Papa. "Spitzenklasse, supergut", wieder Konstantin. "Wunderbar, herrlich, einmalig", sein Papa. Die Galacticos in ihrem Ort, die beiden können es noch gar nicht richtig fassen. Nur den Trainer, José Kourniho, kommen sie überein, mögen sie nicht so besonders, wegen seiner stets grantigen Miene.

Nachdem die Meldung zu Ende ist, schalten sie den Fernseher aus und spielen gleich im Garten ein paar Bälle. Papa ist Olli Kähn, und Konstantin ist Cristiano Konaldo, mindestens. Erst als man den Ball in der Dunkelheit nicht mehr richtig ausmachen kann, gehen sie wieder ins Haus.

Diese Nacht schläft Konstantin ganz großartig.

Am nächsten Morgen frühstückt er gerade Müsli, es ist der Donnerstag vor dem Montag, an dem Real Käferid kommen wird, und er hat noch keinen Plan für den Tag, da läutet sein Handy. Sein Freund Karli ist dran. Ob Konstantin schon von dem Trainingslager weiß? Ja, tut er. Fantastisch nicht? Klar, das ist der Megahammer! Und ob er nicht Fußball spielen will? In einer Stunde soll es losgehen, auf dem Feld neben dem Maisacker. Konstantin sagt zu, natürlich.

Auf der Straße hört er, wie die Käfer-Leute aufgeregt miteinander sprechen. Die Worte "Weltklasse", "Chance" und "Haargel" fallen. Mit "Haargel" wollen sie sicherlich Cristiano Konaldo verunglimpfen, dabei sind sie ja nur neidisch auf ihn, glaubt Konstantin zu wissen. Der Maisacker ist schon in Sichtweite. Daneben ist das Feld, das sie öfters als Fußballplatz benützen. Konstantin kommt näher. Diesmal stehen da nicht drei oder fünf Käfer-Kinder, sondern viel mehr. Es sind mit Konstantin zweiundzwanzig, die zum Spielen hier sind, und fünf Mädchen, die zusehen wollen. Sie haben sogar einen richtigen kunstledernen Fußball, etwas abgeschabt zwar, aber immerhin. Und die Mädchen sind leicht geschminkt. Es geht aufwärts!

Ankick.

Gleich von Anfang an geht es ordentlich zur Sache. Die Käfer-Kinder grätschen, rasante Laufduelle finden statt, kunstvolle Dribblings werden vorgeführt, die Pässe sind mehr oder weniger exakt. Die Mädchen schreien und klatschen. Dann spielen die Burschen gleich noch besser. Konstantin gelingen einige präzise Torschüsse, die aber nicht fest sind und einige feste, die aber nicht platziert sind. Tor macht er keines. Seine Mannschaft verliert 2:4.

Sie trinken kräftig. Konstantin isst eine Schinkensemmel, die seine Mutter ihm gerichtet hat. Sie reden über Fußball. Auch die Mädchen beteiligen sich an den Gesprächen. Sie kennen sich gar nicht so schlecht aus.

Es soll weitergehen. Die zwei Tormänner wählen neue Mannschaften. Konstantin wird als Dritter seiner Mannschaft gewählt. Wieder ein packendes Spiel. Diesmal schießt er ein Tor, zwar nur ein Abstauber, aber dennoch. Es geht 3:1 für seine Mannschaft aus.

Inzwischen sind andere Käfer-Kinder aufgetaucht, die sonst immer Federball gespielt haben oder Schach. Jetzt wollten sie sich im Fußball versuchen. Sie wurden als Wechselspieler auf die Mannschaften aufgeteilt. Wenn sie zum Einsatz kamen, waren sie aber meist ziemlich schlecht, besonders die Schachspieler waren langsam und bewegten sich ungeschickt – sie sehen ja auch oft verschwommen. Die Zuschauertruppe der Mädchen hat sich ebenfalls vergrößert. Es ist fast wie bei einem Bundesligaspiel.

So laufen und passen und schießen und tricksen die Käfer-Kinder-Fußballer bis zum Abend, wo sie müde und hungrig nach Hause gehen. Wimpel sind über die Hauptstraße gespannt und ein großes Spruchband, auf dem steht: "¡Eviva Real Käferid!" Konstantin drückt die Klinke seiner Haustür hinunter und spürt schon den Duft der gelben Knollen, die Mama zubereitet hat, in der Nase. Essen!

Großartig. Die besten gelben Knollen seit Christoph Kolumbus, mindestens, findet er, aber er hat ja auch den Nahrungsbedarf eines ausgewachsenen Herkuleskäfers. Konstantin lässt es sich schmecken. Sein Papa erzählt ihm, dass sich heute in der Firma jeder für Fußball interessiert hat, eine Sekretärin hat sich sogar die Abseitsregel erklären lassen. Er würde auch gern noch ein paar Schüsse abgeben und ihn überspielen, doch Konstantin winkt für heute ab.

Er hat nur noch genügend Kraft, um sich die Zähne zu putzen und zu duschen. Er legt sich ins Bett und schläft gleich ein. Nur schwarz ist die Nacht, als ob er sogar zu erschöpft wäre zu träumen.

Die Sonne hat schon lange an der Jalousie gekratzt, da steht Konstantin erst auf. Zu Mittag treffen er und die Käfer-Kinder sich wieder. Jetzt wird erst einmal kräftig gefrühstückt, Schmalzbrote, vier Stück, und die größte Tasse Kakao, die er in der Küche findet.

Dann geht Konstantin nach draußen und spaziert in Richtung des Ortskerns von Käferhausen. Vielleicht trifft er jemanden, den er kennt, einen Käfer-Burschen oder besser noch ein Käfer-Mädchen. Springseilhüpfen scheint ein vergessener Sport zu sein. Nur drei kleine Käfer-Mädchen, die sicherlich erst in die Käfer-Volksschule gehen, spielen es in einer Hauseinfahrt. Auf dem Marktplatz herrscht reger Betrieb. Käfer jedes Alters sind dort versammelt. Manche neue Stände sind aufgebaut worden. Und sie verkaufen in erster Linie – Fußballbedarf, Dressen, Bälle, Schuhe, solche mit Stollen, Schienbeinschützer.

Konstantin hat für sein Zeugnis einige Käfer-Taler bekommen, am meisten von der Oma, und zwar hauptsächlich dafür, dass sein Verhalten in der Schule als "Sehr zufriedenstellend" beurteilt wurde. Die liegen zuhause in einer Lade seines Kastens. Konstantin prüft die Preise an einem Stand. Er hätte gern einen kompletten Dress und Stollenschuhe. Das müsste sich ausgehen.

Schnell geht er nach Hause, holt an Käfer-Talern, was er hat, und ist rasch wieder zurück.

Genau nimmt er das Angebot in Augenschein. Am liebsten hätte er natürlich den Dress von Cristiano Konaldo, mit seinem Namen und der Rückennummer 7 am Trikot, aber das ist leider schon ausverkauft, wie auch die Dressen aller anderen Stars von Real Käferid. Der Dress von Rückennummer 40, Kandy, ist noch vorrätig, aber wer will den schon? An einem anderen Stand gibt es den Dress von Lionel Kessi, aber der kommt nicht infrage, denn in dem würde ihm Cristiano Konaldo kein Autogramm geben. Dann sieht Konstantin einen königsblauen Dress ohne Aufdruck mit ebensolchen Stollenschuhen und weißen Stutzen. Er wirkt elegant, richtiggehend vornehm. Die Sachen sind in seiner Größe erhältlich, sicherheitshalber probiert er sie trotzdem. Sie passen. Er kauft das ganze Set, und ihm bleiben noch ein paar Käfer-Taler übrig.

Konstantin ist nicht der Einzige, da sind viele andere Käfer-Burschen, die sich Dressen, Fußbälle, Stollenschuhe, auch bunte Schweißbänder und Fanschals kaufen. Und eine ganze Gruppe von Käfer-Mädchen steht vor einem Laden, der knappe, glänzende Anziehsachen, Stiefel und Pompons vertreibt. Die Käfer-Mädchen schauen, probieren, reden mit dem Händler. Und klarerweise betrachten sie sich selbst in dem großen aufgestellten Spiegel, denn jede will die Schönste sein.

Konstantin geht gemütlich, das große Papiersackerl mit seinen wertvollen Fußballartikeln in der Hand, zum Ende des Marktplatzes. Da liegt seine Lieblingsbäckerei. Vorn draußen stehen einige Tische. An einem sitzt sein Freund Berti, der gestern mit ihm Fußball gespielt hat, und lässt sich seine Nussschnecke schmecken. In der Vitrine sieht Konstantin eine große Cremeschnitte. Die nimmt er, dazu einen Apfelsaft, und setzt sich zu Berti. Berti hat ebenfalls ein großes Papiersackerl, unter anderem ist ein Fußball drin, der sehr ähnlich aussieht wie der von der letzten Weltmeisterschaft und mit dem man fast gleich gut spielen kann. Sie reden, worüber?, über Fußball natürlich.

Dann trennen sie sich, jeder will noch kurz zu sich nach Hause, sie sehen sich dann ja gleich auf dem Fußballplatz neben dem Maisacker.

Zuhause richtet Konstantins Mama ihm Brote und gibt ihm Getränke. Auch ihr gefallen die Sachen gut, die er gekauft hat. "Damit könntest du Käfer-Fußball-Profi werden", sagt sie. Scherzhaft? Konstantin packt alles in eine Sporttasche, auf das Mittagessen verzichtet er, Blumenkohl mit Semmelbrösel ist nicht so seine Sache, und macht sich auf den Weg.

Jetzt spielen auch auf anderen freien Plätzen Käfer-Kinder Fußball. Und Konstantin sieht den jungen Hirschkäfer aus dem Freibad, diesmal ohne Sonnenbrille und mit Schirmkappe korrekt auf dem Kopf. Er spielt auf einem kleinen Feld Federball gegen ein kleines, dickes Käfer-Kind, das "Hau nicht so fest drauf, Ivan!" sagt, als Konstantin gerade vorbeigeht. Sonst spielt niemand Federball oder Springseilhüpfen oder Schach, zumindest nicht im Freien. Es gibt so gut wie nur noch Fußball.

Konstantin ist jetzt bei dem Maisacker, neben dem der Fußballplatz ist. Und er sieht jetzt beinahe aus wie ein richtiger Fußballplatz. Jemand hat Linien gezogen, Mittelpunkt, Strafraum, Elfmeterpunkt, Torraum, Corner – alles da. Es stehen richtige Tore, aus zusammengenagelten Holzstückchen, die Netze fehlen noch – für die braucht man länger Zeit. Viele Zuschauer sind da. Und das Beste, das Einmaligste, das Supertollste ist die Cheerleadermannschaft, die hübschesten Käfer-Mädchen in silbernen Gewändern, mit weißen Stiefeln und knallroten Pompons, und in der Mitte ist Anna.

Eine Mannschaft soll gegründet werden, hört Konstantin von den Käfer-Kindern, Dynamo Käferhausen. Die meisten der umliegenden Orte wollen auch mitmachen. Eine Liga soll entstehen, wird entstehen, denn was Käfer sich vornehmen, führen sie auch durch.

Aber jetzt: genug geredet, die Käfer-Burschen machen sich fertig. Konstantin zieht sich um, alles blau, bis auf die Stutzen. Erntet er bewundernde Blicke von den Cheerleaderinnen und anderen zusehenden Käfer-Mädchen, oder bildet er sich das nur ein? Die zwei Tormänner stellen ihre Mannschaften zusammen. Konstantin wird als Zweiter gewählt. Als die Mannschaften komplett sind, legt Berti seinen nachgemachten Jabulani-Fußball in den Mittelkreis. Heute ist auch ein Schiedsrichter dabei, in Schwarz und mit Trillerpfeife.

Es geht los.

Die Käfer-Kinder-Fußballer geben alles. Wer lange mit dem Ball läuft, wird oft gefoult. Die Tormänner springen weiter als gestern. Die Stürmer haben es schwer. Konstantin wird von Berti gedeckt, der ein beinharter Verteidiger ist. Das Spiel ist schnell. Es gibt wenige Torchancen. Die erste Partie geht 1:1 aus.

Ein bisschen Pause. Die Käfer-Kinder-Fußballer trinken, manche essen etwas. Konstantin ist unzufrieden. Er will es besser machen.

Jetzt wählen die Tormänner ihre Mannschaften für das zweite Spiel. Konstantin wird wieder als Zweiter genommen. Er hat beim Spiel zuvor zwar kein Tor geschossen, aber eines vorbereitet. Wieder gegen Berti. Diesmal geht es besser. Konstantins Mannschaft variiert, kurze Pässe, lange hohe Pässe. Konstantin läuft wie ein Schnellzug. Er schießt oft aufs Tor, aber meistens trifft er knapp daneben. Jetzt steht es wieder 1:1. Noch drei Minuten sind zu spielen. Konstantin steht im gegnerischen Strafraum. Ein hoher Ball kommt von links, ein sehr hoher. Berti ist zwei Schritte entfernt. Konstantin sieht aus den Augenwinkeln die Käfer-Cheerleader. Anna reckt die Pompons in die Höh und jubelt ihm zu. Konstantin springt, schraubt sich hoch. Kopfball! Drogba! Weltmeister!

(© Johannes Tosin, 1965, österreichischer Maschinenbau-Ingenieur, Schriftsteller, Fotograf)

Diese Geschichte ist hier veröffentlicht mit Genehmigung von Johannes Tosin.

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