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Die schüchterne Ann

Kurze Kindergeschichte für grosse und kleine Kinder, zum Ausdrucken, Erzählen oder Vorlesen, für Schule, Kita oder zu Hause. Diese Kurzgeschichte wurde geschrieben von Monika Minder

Es war einmal ...

... ein schüchternes Mädchen. Es hiess Ann, und es war so schüchtern, dass es immer den Kopf senkte und auf den Boden schaute, wenn jemand etwas zu ihm sagte. Und das nur, weil es Angst hatte, jemand könnte sehen, dass es glühend rot wurde im Gesicht.

Ann mochte es nicht, wenn jemand sehen konnte, wie sie rot wie eine Tomate wurde im Gesicht. Sie schämte sich dafür. Wenn das nur weg ginge, dieses blöde Erröten nicht wäre, sagte Ann immer wieder zu sich. Wieso immer ich? Die andern werden nie rot. Die haben es besser, sie sind alle ganz ungezwungen und frei.

Ann leidete sehr darunter und spielte deswegen wenig mit anderen Kindern. Meist blieb sie daheim und verbrachte die Zeit in ihrem Zimmer. Dort fühlte sie sich wohl und sicher. Dort war niemand, der mit ihr sprechen wollte. Dort konnte sie Bücher lesen und träumen.

Das war aber für Ann gar nicht immer nur schön. Denn eigentlich mochte sie gerne mit anderen Kindern und Menschen zusammensein. Mit ihnen spielen, reden und gemeinsam etwas unternehmen. Manchmal dachte sie sogar daran, wie es wäre, wenn sie eine gute Freundin oder einen lieben Freund hätte, wie die anderen Mädchen aus ihrer Klasse.

Was sollte sie nur tun? Das konnte doch nicht ewig so weitergehen. Oder musste das so sein, dachte sie immer wieder.

Es war ein schöner Sommertag und die Leute waren alle beim Baden oder auf dem Feld. Nur Ann hockte alleine daheim. Ihre Mutter merkte wohl, dass sie unruhig war und sich zu nichts entscheiden konnte. Sie war klug und sagte deshalb zu ihr: "Gehst du mir noch ein paar Sachen einkaufen im Supermarkt Ann?"

"Ja klar", tönte es aus ihrem Zimmer und so schlenderte Ann den Weg hinunter in den nahen Ort mit dem grossen Einkaufsladen. Es war ruhig auf den Strassen, sie war in Gedanken versunken und sah den Radfahrer nicht, der rasend schnell um die Ecke kam und sie beinahe überfahren hätte. Erschrocken blieb sie stehen und schaute ihm nach. Das Herz ist ihr beinahe stehen geblieben, so war sie aus ihren Gedanken gerissen worden. Arschloch, dachte sie.

Am liebsten hätte sie es ihm ins Gesicht geschrien. Arschloch! - Das hätte sie sich aber bestimmt nicht getraut, wäre er vor ihr gestanden. In dem Fall war das aber auch gar nicht nötig. Denn als sie den Kopf hob, stand er vor ihr und meinte: "Sorry, ich bin ein Arsch. Bin viel zu schnell um die Kurve. Hast du dich verletzt?"


"Nein, nein, alles in Ordnung", stammelte Ann etwas unsicher. Sie wollte rasch weiter. Könnte ja sein, dass sie rot wurde. Das durfte er auf gar keinen Fall sehen. Wäre ja noch schöner, dachte sie.

"Darf ich dich einladen, zu einem Eis oder einem Kaffee? Ich würde mich gerne entschuldigen damit. Sicher bist du sehr erschrocken. Wir könnten da unten ins Café gehen. Ich bin allerdings etwas verschwitzt und sicher habe ich einen tomatenroten Kopf, aber ich würde mich sehr freuen", sagte er lächelnd.

Erst jetzt schaute Ann ihm direkt ins Gesicht und in der Tat, er war so etwas von rot im Gesicht. Röter fast noch als eine Tomate. Aber es strahlte. Seine Augen strahlten, sein Mund, sein ganzes Gesicht. Man hatte das Gefühl sogar seine Haare strahlen. Die pure Lebensfreude kam ihr entgegen, und sie musste nun doch ein wenig lachen.

"Und ich hatte schon Angst, mein Humor sei nicht angekommen", witzelte er daraufhin. Beide lachten. Und sie lachten auch noch als sie gemeinsam die Strasse hinunter liefen. Denn er machte noch weitere Spässe und erzählte total lustige Sachen. Er habe so ein tomatenrotes Gesicht, damit man die vielen Sommersprossen weniger gut sehen könne und damit er in der Nacht schön leuchte und nicht überfahren werde.







Wie Ann hatte er rote Haare und viele Sommersprossen. Ob er denn immer schon so humorvoll gewesen sei, fragte Ann als sie im Café sassen und auf ihr Eis warteten.

Er wurde still und fragte nach einer Weile: "Wie heisst du eigentlich?" "Ann, ich heisse Ann. Und du?" Sie schaute schüchtern hoch, ihm direkt in die Augen. Er blinzelte ihr zu und lächelte: "Lars."

Sofort senkte Ann den Blick wieder und nuschelte dabei am Tischtuch herum, damit er ja nicht sehen konnte, dass sie rot wurde. Er hat es aber gesehen und meinte, er möge keine blassen Mädchen. Rote Wangen aber finde er einfach unwiderstehlich. Und er fügte noch an, sie sei sehr hübsch.

"Wirklich?" fragte sie nach und nun getraute sich Ann ihm wieder in die Augen zu schauen. Ein liebevolles Lächeln kam ihr entgegen. Eine Weile sassen sie einfach nur still da und schauten sich in die Augen.

"Früher wurde ich übrigens auch immer rot", brach er nach einer Weile die Stille. "Kaum mehr unter die Leute habe ich mich gewagt und immer wie einsamer bin ich geworden und trauriger."

Jetzt begann er zu erzählen, und dass er sich deshalb so witzige Sachen und Geschichten angeeignet habe. Durch den Humor sei das Problem viel kleiner geworden. Er habe es nicht mehr so wichtig genommen. Am Anfang habe er sich einfach gesagt: so, heute gehe ich unter die Leute und zeige ihnen mal meinen tomatenroten Kopf. Der ist nämlich einzigartig und sicher haben die noch gar nie so einen roten Kopf gesehen.

Sie lachten beide. Oder ich sagte mir, heute will ich mal wieder rot werden. Aber so richtig rot. Nicht nur rosarot, sondern richtig feuerrot. Und bevor ich nicht mindestens dreimal rot geworden bin, gehe ich nicht nach Hause.

Wieder lachten sie und schauten sich in die Augen. Und so verging die Zeit. Ann musste ja noch für ihre Mutter einkaufen. Das wollte sie auf gar keinen Fall vergessen, sonst sind die Geschäfte dann geschlossen. Die Zeit war so schnell um, sie hatte es gar nicht bemerkt, weil sie so schön war.

Also sagte sie tschüss und bedankte sich fürs Eis. Er lächelte schon wieder und ihr wurde ganz warm ums Herz.

Auf dem Heimweg lächelte sie auch und sprang in die Luft vor Freude. So einen schönen Nachmittag hatte sie schon lange nicht mehr erlebt. Ann freute sich und sie nahm etwas mit auf den Weg. Sie hatte Hoffnung, dass es jetzt viel besser wird mit dem Rotwerden, weil es nämlich gar nichts Schlimmes ist.

Auf jeden Fall aber träumte sie in dieser Nacht von Lars und bestimmt wird sie ihn bald wiedersehen.

(© geschrieben von Monika Minder, 2011)

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