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Fliege und Wanze

Kindergedicht des berühmten deutschen Schriftstellers und Kabarettisten Joachim Ringelnatz.

Fliege und Wanze

Die Fliege hat zur Wanze gesprochen:
"Leih' mir doch eine Mass Blut,
Ich habe den Bürgermeister gestochen. - -

Aber der roch nicht gut.
Und ich habe sein Blut, ohne was zu sagen,
In die Nase von seiner Frau übertragen,
Und gab auch der Tochter und dem Sohn
Eine kleine Portion.
Und nun riecht die ganze Familie
Nach Quecksilber und Petersilie,
Und ist voller Pickel und Flecke,
Und es ist ein Vergnügen, von der Decke
Aus zuzugucken, wie sie sich jucken."

Die Wanze tat etwas fremd
Und brummte: "Ach, Bagatelle!"
Und kroch dabei einem Kutscher ins Hemd.
Dort war derzeit ihre Quelle.

(Joachim Ringelnatz 1883-1934, deutscher Schriftsteller)

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Zu einem Geschenk

Ich wollte dir was dedizieren,
nein, schenken, was nicht zuviel kostet.
Aber was aus Blech ist, rostet,
und Messing-Gegenstände oxydieren.

Und was kosten soll es eben doch.
Denn aus Mühe mach ich extra noch
was hinzu, auch kleine Witze.
Wär bei dem, was ich besitze,

etwas Altertümliches dabei ---
doch was nützt dir eine Lanzenspitze!
An dem Bierkrug sind die beiden
Löwenköpfe schon entzwei.

Und den Buddha mag ich selber leiden.
Und du sammelst keine Schmetterlinge,
die mein Freund aus China mitgebracht.
Nein - das Sofa und so grosse Dinge kommen

überhaupt nicht in Betracht.
Ach, ich hab die ganze letzte Nacht,
rumgegrübelt, was ich dir geben könnte.
Schlief deshalb nur eine,

allerhöchstens zwei von sieben Stunden,
und zum Schluss hab ich doch nur dies kleine,
lumpige, beschissne Ding gefunden.
Aber gern hab ich für dich gewacht.

Was ich nicht vermochte, tu du's:
Drücke du nur ein Auge zu.
Und bedenke,
dass ich dir fünf Stunden Wache schenke.

Lass mich auch in Zukunft nicht in Ruh.

(Joachim Ringelnatz 1883-1934, deutscher Schriftsteller)

Kleines Gedichtchen

Kleines Gedichtchen,
Ziehe denn hinaus!
Mach ein lustiges Gesichtchen.
Merke dir aber mein Haus.
Geh ganz langsam und bescheiden
Zu ihr hin, klopf an die Tür,
Sag, ich möchte sie so leiden,
Doch ich könnte nichts dafür.
Antwort, nein, bedarf es keiner.
Sprich nur einfach überzeugt.
Dann verbeug dich, wie ein kleiner
Bote schüchtern sich verbeugt.
Und dann, kleines Gedichtchen du,
Sag noch sehr innig: "Geruhsame Ruh".

(Joachim Ringelnatz 1883-1934, deutscher Schriftsteller)



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