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Der liebe Maulwurf

Kurze Kindergeschichte zum Ausdrucken, Erzählen oder Vorlesen. Diese kleine Geschichte erzählt von dem einsamen Maulwurf, der per Zufall im Wald ein richtig nettes und hübsches Maulwurfweibchen kennenlernte.

Es war einmal...

... ein Maulwurf und der hiess Tobi. Maulwurf Tobi sass ganz traurig auf seinem Maulwurfshügel. Traurig war er, weil er so alleine war. Niemand kam ihn besuchen. Dabei hätte er ganz gerne einen Freund und Spielkameraden gehabt.

Jeden Tag sass er auf seinem Hügel und jeder Tag war gleich. Gleich langweilig und gleich traurig. Viele Tage vergingen und Tobi wurde immer wie trauriger und einsamer. Er weinte viel.

Auch heute sass er auf seinem Hügel und schaute mit traurigen Augen zu Boden. Doch plötzlich wurde er hellwach. Da, ein Rascheln im Gebüsch, ein Ast der laut knackte, ein Piepsen ... .Tobi hob seinen Kopf, machte seinen Hals ganz ganz lang und schaute neugierig in die Richtung der Geräusche.

Hallo, wer da? rief er. Wieder hörte er nur ein hohes Piepsen. Jetzt machte sich Tobi auf den Weg, sprang vom Hügel hinunter und lief direkt den Geräuschen entgegen. Ein bisschen mulmig war ihm schon zumute als er sich von seinem Bau entfernte. Man kann ja nie wissen, was einem erwartet. Doch das Piepsen kam ihm seltsam vor. Es könnte jemand in Not sein, dachte er.

Mit vorsichtigen Schritten näherte er sich dem Ort, wo die Geräusche herkamen. Ein paar Äste musste er wegschieben, damit er sich einen Weg bahnen konnte. Mutig schritt er weiter, hier noch ein Blatt und hier ein paar Zweige, und dann endlich war er angekommen und sah mit Schrecken, was da piepste.

Ein anderer Maulwurf lag am Boden und wimmerte. Tobi ging näher und sah sofort, was los war. Das Maulwurfweibchen hatte das Füsschen eingeklemmt. Warte, ich helfe dir. Tobi bückte sich und so schnell wie er konnte, biss er die Zweige weg, die sich wie eine Fessel um das schlanke Füsschen gelegt hatten.

Endlich, nach einigen Anstrengungen war es geschafft. Das Füsschen war frei. Oh, bin ich froh, sagte das fremde Maulwurfweibchen und sprang Tobi vor lauter Freude einfach um den Hals. Vielen vielen Dank. Du bist so lieb.

Tobi war sichtlich verlegen. So viel Nähe und spontane Freude kannte er nicht. Ich bin Maya und wie heisst du? To, To, Tobi..., stammelte er, und um etwas abzulenken fragte er rasch: Tuts weh? Kannst du laufen?

Es tut höllisch weh, aber ich versuche zu gehen, sagte Maya.

Ich stütze dich, sagte Tobi. Die Wunde müssen wir versorgen. Ich bringe dich in meinen Bau.

Und so gingen die beiden nach Hause. Es war spät geworden. Tobi hatte die Wunde ausgewaschen und einen dicken Verband angebracht. Maya ist danach sofort eingeschlafen.

Er war auch müde, aber schlafen konnte er noch lange nicht. Immer wieder schaute er zu Maya, lauschte, ob sie noch atme, ob sie noch da sei. Sie war noch da und schlief friedlich.

Als er am Morgen aufwachte, war ihr Bett allerdings schon leer. Total erschrocken sprang er auf und rannte hinaus. Ganz ausser Atem auf seinem Hügel angekommen, sah er sie genau dort sitzen, wo er immer sass, wenn er traurig war.

Sie drehte den Kopf zu ihm um und sagte, wie schön du es hier hast. So still, friedlich und natürlich. Er liess seinen Blick über die Landschaft schweifen. Ja, es ist sehr schön hier. Ich habs nur nicht mehr gesehen, meinte er und wurde ganz leise.

Komm, erzähl mir, was dich bedrückt. Maya war sehr aufmerksam und feinfühlig. Sie spürte sofort, dass es ihm nicht gut ging. Tobi setzte sich zu ihr und begann zu erzählen, wie einsam er sei, wie allein und wie jeder Tag trist und langweilig vorüber gehe. Und wie er nur noch dagesessen sei und immer wie trauriger wurde.

Eine Pause entstand als Tobi fertig erzählt hatte. Maya nahm seine Hand und hielt sie ganz fest. Nach einer Weile meinte sie. Jetzt bist du nicht mehr alleine und all die Tiere da draussen auch nicht mehr. Viele Tiere sind verletzt, so wie ich, und sie brauchen deine Hilfe.

Tobi strahlte sie an und umarmte sie. Ganz fest drückte er sie an sich.

Von nun an hatte Tobi wieder eine Aufgabe. Er durchstreifte täglich den Wald und die Wiesen, und wenn jemand Hilfe brauchte, war er zur Stelle. Ab und zu kam Maya mit auf Streifzüge und sie halfen den Tieren, wo sie nur konnten.

(© geschrieben von Monika Minder)


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